Augenzeugenbericht (da muß ich nicht noch einen schreiben) ...
noch etwas geschockt und wütend bin ich gerade aus brandis zurück, wo wir heute auswärts antreten sollten. dazu kam es nicht wirklich, denn zwei minuten nach anpfiff stürmten 50 vermummte nazis mit eisenstangen, pyros und allerlei anderen utensilien den platz und es trug sich eine ungefähr 10-minütige konfrontation zwischen stern-fans und nazis zu, die von den vier anwesenden verkehrspolizisten (!) natürlich in keinster weise aufgelöst werden konnte.
nach heftigen szenen konnten wir die nazis aber vom sportgelände zurückschlagen. fazit: drei verletzte (teils schwer) sterne-fans.
das brisante an der sache ist nun aber, dass schon im vorfeld gerüchte über einen nazi-angriff auf uns kursierten. die polizei wusste dies - und wollte aus personalmangel aber keine leute bereitstellen. erst eine halbe stunde nach dem überfall traf eine hundertschaft in brandis ein. außerdem haben mehrere augenzeugen beobachten können, dass einer der ordner des heimvereins den nazis den zugang zum sportgelände ermöglichte, kurz vor den auseinandersetzungen die ordner-binde abnahm und während der schlägerei auf seiten der nazis mitmischte.
ich kann dir sagen, so eine qualität habe ich noch nicht wirklich erlebt.
des Weiteren hier 4 Fotos welche wohl das Geschehen in Brandis darstellen sollen...
absolut grenzwertig Videos mit Klarbildern hier zu posten ...
| youtube.com | 26. Oktober 2009 |
--- edit ---
Bevor es noch weitere mehr oder weniger nette Anmerkungen zum youtube-Video gibt:
1. Wer so etwas hochlädt, muss mit Weiterveröffentlichung rechnen.
2. Sequenzen davon waren gestern wohl auch in den Abendnachrichten (SAT 1?) zu sehen.
Vermeintliches Video von Neonazi-Überfall in Brandis aufgetaucht
Im Internetportal Youtube ist ein Video aufgetaucht, das den Angriff von Neonazis auf ein Bezirksklassen-Fußballspiel zwischen Brandis und Roter Stern Leipzig zeigen soll [...]
[...] Das einminütige verwackelte Amateurvideo zeigt mit Knüppeln und Stangen bewaffnete Männer rund um das Brandiser Stadion. Nur kurz ist das Spielfeld zu sehen, das offensichtlich von Besuchern gestürmt wird. Kommentiert wird das vom Internetblog Cyberpunk verbreitete Video nicht.
Unterdessen gibt es noch keine Spur von den mindestens 50 Schlägern. Die Vorwürfe von Vereinsseite gegen die Polizei führten gestern zu hektischen Reaktionen. Die zunächst achtköpfige Ermittlergruppe wurde laut Polizeisprecher Michael Hille am Dienstag auf 16 Mann aufgestockt. Ermittelt werde gegen Unbekannt wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung [...]
| sz-online.de (online-Redaktion) | 27. Oktober 2009 |
[...] Allerdings wurde [...] auch bekannt, dass weder Roter Stern noch der Brandiser Verein vor dem Spiel die zuständigen Stellen informiert hatten [...] Nach dem Notruf musste sogar Amtshilfe aus Sachsen-Anhalt genutzt werden. Darum mussten offenbar die wenigen Beamten so lange auf Verstärkung warten. Von den 98 Beamten, die nach einer Dreiviertelstunde vor Ort waren, stammten 53 aus Sachsen-Anhalt.
Obwohl etliche Schläger fotografiert worden waren, gibt es bisher offiziell keine Tatverdächtigen [...] Im Internet kursieren hingegen anonyme Berichte, wonach es in Brandis eine geplante Schlägerei zwischen links- und rechtsradikalen Gruppen gab, die mit den Vereinen nichts zu tun hätte.
| sz-online.de | 27. Oktober 2009 |
--- edit ---
[...] Die Ermittlungen der Polizei wegen Landfriedensbruch dauern noch an, dürften den Beamten aber aufgrund der vielen Fotos in diesem Fall wahrscheinlich recht leicht fallen. Nun ist im Internet auch noch ein Video aufgetaucht, was in Zusammenhang mit dem Zwischenfall stehen soll. Es wird aber davon ausgegangen, dass es nicht nur dieses eine Video vom Samstag in Brandis gibt.
| leipzig-seiten.de | 27. Oktober 2009 |
[...] Die Ärzte konnten Entwarnung geben. Der Fan des sächsischen Bezirksligavereins Roter Stern Leipzig wird sein Augenlicht nicht verlieren [...] Sein Jochbein wurde zertrümmert, bis Montagabend stand zu befürchten, dass der Fan erblinden würde. Diese Katastrophe ist ausgeblieben [...]
| welt.de | 27. Oktober 2009 |
[...] Der sächsische Polizeipräsident Bernd Merbitz wehrte sich gegen Vorwürfe, die Polizei hätte die Situation im Vorfeld falsch eingeschätzt. "Es gab nur wage Behauptungen. Dass es zu einer solchen Eskalation kommen konnte, war nicht absehbar", so Merbitz. Von Beginn an seien vier Beamte vor Ort gewesen, dann sei die Zahl auf elf angewachsen. "Als die Eskalationsstufe erreicht war, wurde Bereitschaftspolizei aus Sachsen-Anhalt und aus Leipzig nach Brandis verlegt", sagte Merbitz MDR INFO. Er nahm aber zugleich die vier Polizisten in Schutz: "Wenn 50 Gewalttäter kommen, wie sollen das da vier Polizisten schaffen, die Lage unter Kontrolle zu bekommen." [...]
| mdr.de | 27. Oktober 2009 |
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Die TZ[27. Oktober 2009 -> Lokalsport] sprach mit Dirk Otto, Schiedsrichter der Partie Brandis – RS Leipzig
[...]
Zu welchem Zeitpunkt dachten Sie: Hier knallt‘s gleich?
Als die Horde ins Stadion einmarschierte. Sie wurden durch einen separaten Eingang reingelassen. Das war genau zu dem Zeitpunkt, als wir die Platzwahl vorgenommen hatten.
Und wie ging es dann weiter?
Es waren zweieinhalb, drei Minuten gespielt. Ich hatte Freistoß gegeben. Der Ball ruhte. Mein Assistent Enrico Fritsch signalisierte per Fahnenzeichen Gefahr. Ich habe das Spiel unterbrochen und habe die Mannschaften aufgefordert, das Spielfeld sofort zu verlassen. Fast alle Spieler sind meiner Aufforderung nachgekommen, in die Kabinen zu gehen. Nach 20, 25 Minuten habe ich das Spiel ganz abgebrochen. Die Schlägertruppe zog in etwa zu diesem Zeitpunkt ab.
Hatten Sie zu diesem Zeitpunkt Angst?
Nein, überhaupt nicht. Wir fühlten uns nicht bedroht. Die Angreifer hatten es meiner Meinung nach nur auf die Fans von Roter Stern abgesehen.
Wann hatten Sie und Ihre Kollegen das Stadion verlassen?
So gegen 16.30 Uhr. Unsere Abreise war sicher und verlief ohne Probleme, es war zu diesem Zeitpunkt ja reichlich Polizei vor Ort.
[...]
Ich war als Neutraler Beobachter in Brandis hat Folgendes geschrieben:
Kurz mal die Geschehnisse zusammenfassend aus NEUTRALER Sicht:
+ RSL mit ca. 60 Leuten anwesend
+ Kurz vor Anpfiff bewegten sich ca. 20 bis 25 von ihnen Richtung Ausgang, ich schaute mir das aus ein paar Meter Entfernung an, und sah ca. 10 bis 15 Mann vorm Eingang stehen
+ Etwas Gepöbel und die RSL-Fans machten sich "kampfbereit" und boten soweit ich das erkennen konnte den Leuten draußen was an
+ Plötzlich kamen ca. 50 weitere Personen ins Stadion, teils vermummt.
+ RSL-Fans sammelten alles was nicht niet- und nagelfest ist (unter anderem Steine, Metalstangen, Zaunslatten)
+ kurzes Gepöbel, Pyro flog auf beiden Seiten
+ Angreifer bewegten sich auf den RSL-Mob zu, der geht laufen
+ In Höhe Mittellinie dann kein Entkommen mehr, teils heftige Schlägereien
+ RSL mit Pfefferspray und Teleskopschlagstöcken (geht man so zum Fussball, wenn man friedlich Spiel gucken will?!?)
+ Minutenlange Schlägerei auf dem Spielfeld
+ Mehrere Personen am Boden
+ RSL-Mob drängt schlussendlich die Angreifer vom Platz und diese ziehen von dannen
Zu den Medienberichten und dem Verhalten von RSL im Nachhinein bleibt zu sagen:
Wenn man sich so verhält, wie der RSL-Mob vor Ort, dann sollte man danach nicht auf Opfer machen. Beide Seiten wollten die Konfrontation, und haben se bekommen. Die Medien schlachten dies natürlich wieder enorm aus ...
Interview des MDR[29. Oktober 2009] mit Claudia Krobitzsch, Pressesprecherin des RSL -
[...]
[...] eigentlich sind bei unseren Spielen immer zwei bis drei Einsatzwagen in der Nähe.
Ausgerechnet diesmal aber nicht …
Stimmt, das ist im Nachhinein betrachtet schon etwas komisch.
… zumal es entsprechende Ankündigungen und Hinweise gab. Woher wussten Sie davon?
Wir wussten nicht, dass etwas passieren soll. Im unserem Gästebuch gab es eine entsprechende Bemerkung, aber dem haben wir nicht viel Beachtung geschenkt. Da wird immer viel geschrieben und gemutmaßt. Entscheidend ist, dass Brandis nach eigener Aussage über den Buschfunk Hinweise erhielt und das der Polizei mitgeteilt hat. Außerdem hat der Fußball-Verband kurzfristig noch den Schiedsrichter ausgetauscht, weil man Randale befürchtet hat.
Der besagte Schiedsrichter hat in seinen Bericht aufgenommen, dass sich ein RSL-Reservespieler mit einer Eckfahne bewaffnet und an den Prügeleien beteiligt hat. Den Namen wollten Sie nicht rausrücken …
Ich selber habe das nicht gesehen. Aber das spielt auch keine Rolle, denn das läuft in eine völlig falsche Richtung. Wir wurden von Neonazis angegriffen, die wie angestochene Tiere auf uns zugestürmt sind. Wir konnten dort gar nicht weg und mussten uns verteidigen. Zu behaupten, ein RSL-Spieler habe andere Leute angegriffen, ist absolut lächerlich und verdreht alles.
Kommen wir zur Rolle der Polizei. Was kann man den vier Beamten vor Ort vorwerfen?
Gar nichts. Die kamen erst auf den Sportplatz, als die Prügelei voll im Gange war. Und sie wurden von den Nazis auch gar nicht beachtet.
In einer Pressemitteilung der Polizei hieß es, die herbei gerufenen Einsatzkräfte hätten die rivalisierenden Gruppen getrennt. In anderen Schilderungen ist davon nicht die Rede. Wie war es aus Ihrer Sicht?
Eine Fantrennung, von der anfangs die Rede war, gab es schlicht und ergreifend nicht. Das Stadion wurde auch nicht geräumt, denn als die Verstärkung eintraf, waren die Nazis längst weg. Ich bin nicht mal sicher, ob die überhaupt noch einen der Angreifer zu Gesicht bekommen haben.
Außerdem schreibt die Polizei, sie sei am Ende von beiden Gruppen angegriffen worden …
Das ist genauso völliger Blödsinn wie viele andere Sachen. Ich weiß auch nicht, wie die darauf kamen, dass unser Torwart schwer verletzt wurde. Wahrscheinlich war die erste Pressemitteilung wie ein Reflex. Man wollte es wohl als übliche Auseinandersetzung von Fußball-Chaoten darstellen. Aber es war ein Angriff von Neonazis.
Am vergangenen Montag gab es ein Treffen von Vertretern der Polizei, des Sächsischen Fußballverbandes, dem FSV Brandis und dem Roten Stern. Was kam dabei heraus?
Eigentlich nichts. Wir haben erklärt, Anzeige erstatten zu wollen. Und der sächsische Polizeipräsident Merbitz hat die Ermittlungen quasi zur Chefsache gemacht. Mehr ist nicht passiert.
[...] Einem Zuschauer wird noch eine Platte in seinen gebrochenen Arm eingesetzt werden, dort, wo die Eisenstange den Knochen zertrümmert hat. Ein weiterer Fan von Roter Stern Leipzig liegt eine Woche nach dem Bezirksklassespiel beim FSV Brandis noch mit einem gebrochenen Jochbein im Krankenhaus. Etwa 50 rechte Schläger hatten am vergangenen Sonnabend das Stadion in der sächsischen Kleinstadt gestürmt und die Fans des linken Klubs attackiert. „Das Problem rechter Hooligans und Fans ist für uns enorm“, sagt Roter Sterns Presseverantwortliche Claudia Krobitzsch.
Vor zehn Jahren gründete sich der Klub mit einem politischen Selbstverständnis, das sich „gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie“ richtet, wie Krobitzsch sagt. „Das tragen wir auch nach außen – manche finden das provokant. Wir wissen schon, wie wir auftreten.“ Kurzzeitig wurde der Verein wegen seiner Nähe zur linken Szene sogar vom sächsischen Verfassungsschutz beobachtet, Krobitzsch bezeichnet Roter Sterns Publikum als „fußballuntypisch“: viele Studenten, viele Frauen, „’n paar Ökos, ’n paar Hippies“, der Großteil aus dem „linken und alternativen Spektrum“. Seit 1999 ist der Klub mehrfach Ziel von Angriffen gewesen.
Vor zehn Jahren gründete sich der Klub mit einem politischen Selbstverständnis, das sich „gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie“ richtet, wie Krobitzsch sagt. „Das tragen wir auch nach außen – manche finden das provokant. Wir wissen schon, wie wir auftreten.“ Kurzzeitig wurde der Verein wegen seiner Nähe zur linken Szene sogar vom sächsischen Verfassungsschutz beobachtet, Krobitzsch bezeichnet Roter Sterns Publikum als „fußballuntypisch“: viele Studenten, viele Frauen, „’n paar Ökos, ’n paar Hippies“, der Großteil aus dem „linken und alternativen Spektrum“. Seit 1999 ist der Klub mehrfach Ziel von Angriffen gewesen.
Nach dem Leipziger Vorbild haben sich mittlerweile mehrere Klubs mit dem gleichen Namen gegründet. Doch mit ihrer politischen Haltung und dem Vereinsnamen bekommen sie oft Probleme. Manche Vereine verzichten deshalb darauf, Fotos oder Namen auf ihren Internetseiten zu veröffentlichen. Am 11. Oktober versuchten Hooligans bei einem Spiel der untersten Kreisklasse zwischen Roter Stern Lübeck und dem VfB Lübeck III, den RS-Anhang verbal zu attackieren. Zeugen sprechen auch vom Hitlergruß, von Flaschenwürfen und dem Anspucken von Spielern. Zu Festnahmen oder Anzeigen sei es nicht gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Roter Stern Lübeck ist laut Satzung „politisch und konfessionell neutral“. Trotzdem hat der 2008 gegründete Klub viele Anhänger und Mitglieder in der linken Szene. Schatzmeister ist der Lübecker Kreisvorsitzende der Linken, Ragnar Lüttke. Auch der Bundestagsabgeordnete der Partei, Wolfgang Neskovic, bekennt sich als Förderer des Vereins.
Die Vereine Roter Stern Altenburg und Roter Stern Halle sind ebenfalls schon angegriffen worden. So prügelten beim Stadtliga-Saisonauftaktspiel zwischen RS Halle und SG Motor Halle II im August Gewalttäter verbunden mit rassistischen und beleidigenden Sprüchen auf Fans von RS Halle ein, es gab zwei Verletzte. Andere Klubs wie Roter Stern Hofheim, Roter Stern Wehringhausen oder Roter Stern Flensburg, die sich in ihrer Eigenbeschreibung ebenfalls als alternativ verstehen, sind noch nicht angefeindet worden [...]
| Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.11.2009 |
[...] Der Überfall vom 24. Oktober 2009 hat den Weg durch die Massenmedien bereits hinter sich. Ein Vorstandsmitglied des FSV Brandis räumte später gegenüber dem MDR ein, dass man den "Dummen" Zugang zum Sportplatz gewährt hatte. "Wir haben eine Seitenpforte aufgemacht, damit die draußen randalierenden und gröhlenden Horden Einlass verschafft bekommen, damit sie nicht draußen die Autos und Busse demolieren." So gibt ein Vorstandsmitglied des FSV Brandis die Begründung für die Entscheidung, sichtlich erkennbare Randalierer an diesem Tag in ein Stadion zu lassen, damit keine Sachschäden entstehen.
Die Polizei ermittelt mittlerweile mit einer sechzehnköpfigen Sonderkomission und den FSV Brandis erwartet zudem ein Sportgerichtsverfahren. Im Internet kursiert ein Video, auf dem mehrere mutmaßliche Täter gut zu erkennen sind [...] Einige von ihnen konnten mittlerweile identifiziert werden.
Ronny gehört zu den Opfern des brutalen Übergriffs (Name ist der Redaktion bekannt). Der 25-jährige Student besucht seit mehreren Jahren Fußballspiele verschiedenster Vereine aus ganz unterschiedlichen Spielklassen. "So etwas wie letzten Samstag habe ich noch nie erlebt", sagt der immer noch sichtlich mitgenommene junge Mann. Er war mit einigen Freunden aus Leipzig zu dem Spiel gefahren. "Wir kamen eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff am Sportplatz an. Mir fiel sofort auf: Hier stimmt etwas nicht." Das Ordnungspersonal an der Kasse führte trotz der im Fanlager vom Roten Stern kursierenden Warnungen vor einem möglichen Übergriff keinerlei Taschenkontrollen durch. "Dort hätte man ein komplettes Waffenarsenal auf den Sportplatz schleppen können und keiner hätte was bemerkt." Bis auf ein paar Streifenpolizisten waren zu diesem Zeitpunkt keine Einsatzkräfte vor Ort.
Eine Viertel Stunde später tauchte die Gruppe aus dem Video vor dem Sportgelände auf. Die Fans des Roten Stern standen zu diesem Zeitpunkt hinter der Torauslinie, die der Straße am nächsten gewesen ist. "Ein Vertreter des FSV Brandis bat uns, die eine Seite hinter dem Tor zu räumen. Die Dummen würden gleich kommen." Dann ging alles ganz schnell. Die braunen Schläger gelangten mit Hilfe eines Ordners auf den Sportplatz. Sie bewaffneten sich mit Metallstangen, ein paar zogen sich Tücher über ihre Gesichter und rannten auf die Fans des Roten Stern zu. "So wie die auf uns zugerannt sind, dachte ich, die wollen uns umbringen. Ich hatte Todesangst."
Ein Angreifer stand plötzlich vor Ronny: "Die fanden das überhaupt erst einmal ziemlich krass, dass sie tatsächlich jemanden vor sich hatten. Sie betrachteten mich offenbar als Gegner." Dann schlug der Angreifer zu. Sein Opfer trug mehrere, teils schwere Verletzungen davon. An das Gesicht des Neonazis kann sich Ronny nicht mehr erinnern, nicht ungewöhnlich bei massiven Gewalttaten. Trotz Schmerzen gelang ihm die Flucht auf das Spielfeld, wo er erneut mehreren Neonazzis gegenüberstand. Einzig der zahlenmäßigen Überlegenheit der Fans vom Roten Stern, die sich mittlerweile in einer Gruppe zusammengefunden hatten, war zu verdanken, dass die Neonazis ihren Angriff abbrachen. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, begannen die Qualen für Ronny erst richtig.
"Die Schmerzen waren auf einmal unerträglich." Mit letzter Kraft schleppt sich das Opfer zu einem inzwischen am Sportplatz eingetroffenen Rettungswagen. Der Notarzt verabreicht ihm ein Schmerzmittel, der Rettungsdienst fährt ihn in eine nahe gelegene Klinik. Die körperlichen Verletzungen sind schwer, aber voraussichtlich binnen weniger Wochen wieder verheilt. Die seelischen Schäden bleiben. Mit Pech wird es Jahre dauern, bis die Geschädigten ihre psychischen Traumata überstanden haben. Bleibt zu hoffen, dass es der Polizei schnell gelingt, die Täter zu ermitteln, damit darüber hinaus nicht auch noch das Gefühl der Ungerechtigkeit hinzu kommt [...]
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