Lübech und Hamburg wollten doch sogar noch zu Fuß gehen und haben alles probiert sich zu "stellen" und das auch noch in der fremden Stadt
Ich dachte immer, die Hamburger kommen aus Hamburg?
An zwei Stellen gab es noch den Versuch von St.Pauli, quer über das Spielfeld an HL ranzukommen. Einmal, kurz nachdem der VIP-Bereich gestürmt wurde und man schon kurz vor dem HL-Block war - da blieb HL im Block stehen und hat nur rumgepöbelt. Und einmal - so ziemlich gegen Ende, als ein sehr gut motivierter St.Pauli-Mob - 200 Leute und vermummt - sich an der von HL schräg gegenüberliegenden Ecke gesammelt hatte. Die Bullen waren in dieser Situation überfordert und St. Pauli war startklar. HL hat das mitbekommen, tritt aber den Rückzug an und verlässt die Halle. Wenn es von den 200 Leuten 150 tatsächlich bis rüber geschafft hätten, wäre das ein sauberes Ding mit Vorteil für HL gewesen, da St.Pauli ja von unten hätte angreifen müssen. Wenn man schon auf dicken Hool macht, ist es etwas lausig, sich da so zu drücken.
btw.: hier irgendwas auf die Bullen zu schieben, ist etwas zu platt. Von Anfang an waren ausreichend Leute unterwegs, denen ganz offensichtlich die Finger gekribbelt hatten. Das die Bullen dann überfordert sind und eklig überriskieren, ist ja leider keine Überraschung.
Nach den massiven Ausschreitungen beim Hamburger Hallenfußballturnier und der Absage des zweiten Turniertages gehen die Veranstalter von organisierter Randale aus. „Das war ein krimineller Akt, das war vorbereitet. Die Chaoten waren offensichtlich verabredet“, sagte Mitorganisator Peter Sander am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Veranstaltungschef Wolfgang Engelmann sprach mit Blick auf die Krawalle mit 90 Verletzten am Freitagabend im Sender Sky Sport News sogar von „organisierter Kriminalität“. Offen blieb, ob es Verabredungen zur Gewalt über soziale Netzwerke gegeben hat. Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) stellte die Zukunft der Veranstaltung infrage und kündigte Schadenersatzforderungen an.
„Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden für die Veranstalter dieses Turniers wird es in Zukunft schwer, unter solchen Voraussetzungen Sponsoren für derartige Veranstaltungen zu gewinnen“, sagte HFV-Präsident Dirk Fischer am Samstag und forderte: „Die Täter müssen gefasst, bestraft und zur Schadenswiedergutmachung herangezogen werden. Man darf diese gefährlichen Straftaten nicht verharmlosen.“ Engelmann räumte allerdings auch ein, dass in der Alsterdorfer Sporthalle die Trennung rivalisierender Fan-Gruppen kaum möglich sei und die Polizei sie als ungeeignet für künftige Turniere ansehe. Der Bundesligist Hamburger SV hatte seine Teilnahme an dem seit 1987 ausgetragenen Turnier im Vorfeld wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Trotzdem waren neben Anhängern von Zweitligist FC St. Pauli und Regionalligist VfB Lübeck Berichten zufolge auch HSV-Fans beteiligt.
Nach jüngsten Polizeiangaben vom Samstag wurden rund 90 Menschen verletzt. 40 von ihnen, darunter laut Polizei auch Unbeteiligte, erlitten durch den Einsatz von Pfefferspray Augenreizungen, 38 Personen und elf Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt. Ein Polizist erlitt einen Kieferbruch, ein anderer einen Achillessehnenriss, ein Ordner erlitt eine Schulterluxation. Insgesamt 74 Randalierer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, davon 72 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli. Zwei Rowdys wurden festgenommen. Rund 300 Polizisten waren im Einsatz.
Die Frage der Schuld wird nach solchen chaotischen Vorkommnissen gestellt. Der VfB wird sich in der kommenden Woche zusammensetzen und sich ein Meinungsbild machen. Der FC St. Pauli ebenfalls.
Den schwarzen Peter schiebt man sich bereits beim Thema Stadionverbote gegenseitig zu. „Es wurde vom Veranstalter im Vorwege nicht angesagt, dass Stadionverbote Gültigkeit haben“, sagt Florian Möller, Leiter der VfB-Geschäftsstelle. „Es konnte jeder rein, wer wollte. Die Polizei hat über ein Alkoholverbot, aber nicht über Stadionverbote nachgedacht. Bei den Kontrollen an den Eingängen wurde lediglich darauf geachtet, dass keine Pyrotechnik mit in die Halle genommen wird.“
Dagegen betont Organisator Peter Sander: „Natürlich hatten Stadionverbote ihre Gültigkeit. Aber wir bekamen keine Erkenntnis, dass entsprechende Personen aus Lübeck anreisen.“
Der VfB hatte vom Veranstalter für beide Tage jeweils rund 120 Tickets bekommen. Sie sollten im Vorverkauf im Service-Center abgesetzt werden. Möller: „Unsere Ultras haben eine größere Stückzahl für den Freitag erworben.“ Man spricht von 90 bis 100 Karten. Wer sie letzten Endes bekommen hat, ist unklar. Möglicherweise gelangten sie in die Hände der Chaoten. Für den zweiten Turniertag in Hamburg wollte kein Lübecker Karten haben.
Auf Fotos hat Möller zwei bis drei Personen, die der Lübecker Szene zuzuordnen sind und an der Randale maßgeblich beteiligt waren, identifiziert. „Einer hat Stadionverbot. Einer war früher damit belegt. Der Dritte ist wohl noch unbescholten. Wir sehen sie nicht als unsere Fans an“, so Möller. „Sie werden alle mit Sicherheit Stadionverbote bekommen.“
Wie der Veranstalter mitteilte, habe man die Sicherheitsvorkehrungen des Turniers stark verbessert und die rivalisierenden Fan-Lager mittels Absperrungen getrennt. „Das Sicherheitspersonal wurde massiv aufgestockt. Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort“, sagte Mit-Organisator Wolfgang Engelmann.
Dennoch war es für die Chaoten kein Problem, von einem zum anderen Block und in den VIP-Bereich zu gelangen. „In dieser Halle ist bei so großer Gewalt die Sicherheit nicht zu gewährleisten“, sagte Polizei-Einsatzleiter Robert Golz.
Und wie sieht es am kommenden Sonnabend beim Masters in der Kieler Sparkassen-Arena aus, wo u. a. der VfB und Holstein dabei sind? „Die Hallen sind nicht vergleichbar“, betont Jörn Felchner, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes. „Wir haben ganz andere Sicherheitsmöglichkeiten. Die Fanblöcke werden getrennt. Bei uns gelten die bundesweiten Stadionverbote. Und wir werden schon bei der Ticketausgabe ein Auge auf die Personen werfen.“ Wahrscheinlich ist das nicht nötig, denn aus Lübeck fahren kaum Fans mit.
Nach der Fan-Randale beim abgebrochenen Hamburger Hallenfußball-Turnier müssen die Schuldigen mit Regressforderungen rechnen. „Wir werden uns mit der Polizei zusammensetzen. Wenn Täter in irgendeiner Form erkannt werden oder wir Beweismaterial bekommen, das uns eindeutig zu den Tätern führt, werden wir mit Sicherheit initiativ werden“, sagte Mitorganisator Peter Sander am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.
Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) stellt die Zukunft des Turniers infrage. „Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden für die Veranstalter dieses Turniers wird es in Zukunft schwer, unter solchen Voraussetzungen Sponsoren für derartige Veranstaltungen zu gewinnen“, sagte HFV-Präsident Dirk Fischer.
Der Morgen danach. Rund 25 der 60 ehrenamtlichen Helfer des „Schweinske-Cups“ räumten in der Alsterdorfer Halle nach den schweren Krawallen vom Freitagabend – so gut es ihnen möglich war – auf. Als sie mittags auseinandergingen, weinten viele von ihnen bittere Tränen. Wohl auch weil sie spürten, dass die Absage des zweiten Turniertages gleichzeitig des Ende der Traditionsveranstaltung bedeuten könnte. Gibt es nie wieder Budenzauber in Hamburg?
Bereits im vergangenen Jahr gab es erste Bedenken. Da war es zu Auseinandersetzungen zwischen den Polizeikräften und Teilen der St. Pauli-Anhänger gekommen – da allerdings noch vor der Halle. Jetzt die totale Eskalation der Gewalt. Organisator Wolfgang Engelmann: „Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass sie die Alsterdorfer Halle für eine derartige Veranstaltung für absolut ungeeignet hält. Wenn man sieht, was jetzt passiert ist, muss man ihr wohl recht geben. Allerdings war die Halle 24 Mal geeignet, weil die Stimmung friedlich war.“
Man habe bei der 26. Ausgabe versucht, die rivalisierenden Fan-Gruppen im Rahmen der Möglichkeiten so gut wie möglich zu trennen. Doch das habe nichts genützt, weil die Krawallmacher selbst fast zwei Meter breite und drei Meter Tiefe „Schluchten“ überwunden hätten. Neben den 100 Ordnungskräften wären auch zwei Hundertschaften der Polizei vor Ort gewesen. Engelmann: „Bei so viel krimineller Energie dieser Chaoten hätten auch 700 Sicherheitskräfte nicht ausgereicht.“
Ein Umzug in die O2-World würde allein durch die Miete den wirtschaftlichen Rahmen sprengen. Überdies ginge der Charme des bisherigen Turniers völlig flöten. Engelmann: „Zu uns kamen viele Familien, für die Kinder war’s ein Festival, weil sie den Spielern ganz nahe sein konnten und sich von ihnen unkompliziert Autogramme besorgen konnten. Alle, auch die aktiven Fußballer, nutzten die beiden Tage zum Klönschnack. ’Zu Gast bei Freunden’ – das war von Anfang an unser Motto gewesen. Traurig, wie das jetzt mit Füßen getreten wurde.“
Da es dem Turnier durch die Abstinenz des HSV und dem Fehlen weiterer großer Mannschaften in den vergangenen Jahren auch an sportlichem Wert mangelte, ist die Zukunft des Budenzaubers mehr als fraglich. Engelmann und Medienchef Peter Sander („Ich bin einfach nur wütend und fassungslos“) wollten sich am Sonntag noch nicht über das mögliche Aus des Schweinske-Cups äußern......
Fußball-Randale: Bilanz der Polizei
Am Freitagabend kam es beim Fußball-Hallencup in Hamburg zu Auseinandersetzungen zwischen Fans des VfB Lübeck und des 1. FC St. Pauli (wir berichteten am Samstag). Am Sonntagmittag zog die Hamburger Polizei eine Bilanz des Einsatzes. Es wurdem 21 Zuschauer und 14 Polizeibeamte verletzt.
Zu der Veranstaltung reisten unter anderem 230 gewaltbereite St. Pauli Fans und rund 100 gewaltbereite Fans des VFB Lübeck an. Die beiden Fanlager sind verfeindet. Bereits bei der Anreise wurde von beiden Fanlagern eine hohe Aggressivität und Gewaltbereitschaft gezeigt. So wurden im Rahmen des Anmarsches von rund 500 Fans des FC. St. Pauli vom U-Bahnhof Lattenkamp zum Veranstaltungsort mehrere pyrotechnische Gegenstände gezündet. Beim Einlass der Fans des VFB Lübeck in die Halle griffen diese das dortige Sicherheitspersonal an, so dass Polizeibeamte nur unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray die Lage zunächst wieder beruhigen konnten.
Nach Eintreffen der Fanlager in der Halle suchten beide Seiten die Konfrontation mit dem gegnerischen Fanlager. Bereits nach dem ersten Spiel gelang einigen gewaltbereiten Fans ein Aufeinandertreffen. Die Auseinandersetzungen konnten durch konsequentes Einscheiten der Polizeibeamten unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray unterbunden und dadurch weitere Ausschreitungen verhindert werden. Dabei wurden sowohl die Polizeibeamten als auch Ordner gezielt angegriffen und mit Gegenständen beworfen.
Nach der Trennung der Gewaltgruppen traten die Fans des VFB Lübeck gegen 20 Uhr unter Polizeibeleitung die Heimreise an. Zu diesem Zeitpunkt versuchten Fans des gegnerischen Lagers, im Außenbereich auf die Abreisenden zu treffen. Dabei griffen sie Polizeibeamte an und beschädigten mehrere Polizeifahrzeuge. In diesem Zusammenhang konnten 72 Fans des FC. St. Pauli in Gewahrsam genommen werden.
Nach Abreise der gewaltbereiten Fangruppen beruhigte sich die Situation gegen 20.30 Uhr. Nach jetzigem Stand wurden im Rahmen der Auseinandersetzungen 21 Zuschauer verletzt, wovon acht ärztlich im Krankenhaus behandelt werden mussten. Über 40 Personen ließen sich vor Ort von Rettungskräften des DRK und der Feuerwehr wegen Reizstoffwirkungen die Augen spülen. Von den eingesetzten 314 Polizeibeamten erlitten 14 Beamte Verletzungen. Davon mussten drei Beamte ambulant im Krankenhaus behandelt werden.
Insgesamt konnten zwei Personen vorläufig festgenommen und 74 Personen in Gewahrsam genommen werden. Es wurden 23 Strafanzeigen, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung und Widerstandes gefertigt. Die Ermittlungen einschließlich der Auswertung von Videomaterial dauern an.
Laut Spiegel Online rätselt die Hamburger Polizei nach eigenen Angaben über den Auslöser der Massenschlägerei in der Alsterdorfer Sporthalle, die am Freitagabend für den Abbruch des traditionsreichen „Schweinske-Cup“-Hallenturniers in eben jener Hamburger Halle sorgte.
Redaktion publikative.org
Nun, den Kollegen kann geholfen werden: Wie nämlich selbst der Veranstalter mittlerweile erkannt hat, war der Auslöser die Anwesenheit von ca. 80-120 gewaltbereiten Hools des VfB Lübeck und wohl auch des Hamburger Sportvereins (HSV) in der Halle. Diese hatten sich dort zum Zweck der Provokation, des Fahnenklaus und der Ausübung ihres Verständnisses von Freizeit-Kampfsport eingefunden.
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