(...) Die Euro ist ein bisschen Karneval und Umkehrung der Verhältnisse. Laien werden Kenner, Männer Frauen, und Frauen mit Perlenkettchen fluchen und schreien. Aber Hooligans werden zahm. Dafür sorgen 850 Bereitschaftspolizisten - aus Baden-Württemberg und Hessen.
Die Schweizer Polizei darf Distanzwaffen einsetzen, zum Beispiel Gummischrot. Doch die deutschen Mietpolizisten sind derweil für das Grobe zuständig, für den Nahkampf mit Schlagstock. Der Trick ist alt, der Vergleich unzulässig, aber strukturell verwandt: Als die damals noch arme Schweiz im November 1918 vom Generalstreik lahm gelegt wurde und das Militär die Städte besetzte, waren es ländliche Bauernsoldaten, die auf die Arbeiter in Grenchen schossen (und deren drei töteten). Mittlerweile ist die Schweiz geografisch zusammengerückt. Den Aufräumer aus der Fremde kann man sich nicht mehr aus dem kleinen Nachbarkanton holen. Man muss ihn heute im großen nördlichen rekrutieren. In Deutschland.
Die SPD Baden-Württembergs hat bereits Bedenken angemeldet, dass die abgezogenen Polizisten in ihrem Land fehlen könnten. Wer im reichen Süden je eine Revolution anzetteln will, sollte dies unbedingt in diesem Juni tun. Werden Stuttgarts Autofabriken brennen? Fliegen Freiburgs Bio-Weinkeller in die Luft?
Der karnevalistische Aspekt des Turniers hat sich schon konkret offenbart. In Zürich, wo gerade mal zwei Spiele ausgetragen werden, fanden im Stadion Letzigrund 800 Laiendarsteller zu einer Inszenierung einer Massenpanik zusammen. 400 Polizisten und Sanitäter, 400 Zuschauer und Randalierer (...) So was will geprobt sein.
Vielleicht handelte es sich dabei auch nur um eine Form der simulierten Teilhabe. Denn selbst in meinem fußballverrückten Freundeskreis hat niemand eine Karte für ein Eurospiel. Eine kleine Umfrage hat ergeben, dass man nicht einmal jemanden kennt, der eine Karte hat. Die Euro bleibt ein Stück weit Phantom. Oder ein Turnier zweiter Ordnung: Es geht um die Beobachtung der Beobachtung.
Nicht dass das keinen Spaß machen würde. Vielleicht sogar mehr, als in Stadien unter vielen Menschen zu sitzen, die zwar - von Firmen und Institutionen - Karten gekriegt haben, aber nichts von Fußball verstehen. Wir haben es hier mit zwei Turnieren zu tun. Das eine handelt von Exklusivität und Polizei und Uefa-Bier. Das andere von Fußball und Beobachtung. Letzteres findet außerhalb der Stadien statt (...)
Eine Delegation des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) hat sich am Mittwoch (07.05.2008) in Rom den Segen des Papstes für die Euro geholt. Benedikt XVI. würdigte die hohe Bedeutung moralischer Werte im Sport.
Aufregung gibt es wieder mal um die beiden EM Maskottchen. Nachdem man schon mit den Fix und Foxi Machern Ärger hatte, gibt es nun wieder Streit! Flix ist eine bereits registrierte Comic Figur aus dem Jahre 1998
Angeblich wurden 4000 Stunden gebraucht um die Maskottchen zu entwickeln
Der Daten-Austausch über Gewalttäter läuft an: 100 Hooligans in heimischer, 300 in Schweizer Datei. 170 szenekundige Beamte halten Gewalt-Fans unter Beobachtung – Aufregung um Einsatztaktik der Schweizer.
Die Schweiz wappnet sich vor gewalttätigen Fans: Unterirdische Haftzellen, Drohnen über Stadien. Die Armee hilft aus. In Österreich ist das Heer in Bereitschaft.
EURO 2008, Forschungsprojekte Fußball und Sicherheit bei der EM 2008
Mehrere Millionen Fans werden zur Fußball-Europameisterschaft 2008 nach Österreich und in die Schweiz kommen. Veranstaltungen dieser Größenordnung laufen selten ohne Reibereien oder Sachbeschädigungen ab. Das ist jedoch kein fußballspezifisches Phänomen, denn nur eine kleine Minderheit der Fußballfans sucht bewusst nach Gewalt (...)
(...) Geschäfte und Lokale sperren aus Angst vor Vandalismus zu, zusätzliche PolizistInnen und private Sicherheitskräfte werden aus Österreichs Nachbarländern "importiert", und Schlagzeilen wie "Plünderungen befürchtet" lassen die Frage aufkommen: Wird die Fußball-Europameisterschaft 2008 "gefährlich"? (...)
(...) Wer die Fankultur nicht versteht, kann keine erfolgreichen Sicherheitsmaßnahmen treffen (...)
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