(...) Der neue Präsident des Polnischen Fußball- Verbandes (PZPN), Grzegorz Lato, hat eine Zusammenarbeit mit Deutschland bei der Ausrichtung der Europameisterschaft 2012 nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Falls der Ukraine als Co-Ausrichter die Gastgeberrolle entzogen werde, könne Deutschland dazukommen, sagte Lato dem Fernsehsender TVN24 (...)
(...) Nach Angaben auf der Internetseite des Senders revidierte der Ex-Fußballprofi aber später seine Aussage dahingehend, dass Polen das Problem im Notfall auch allein in den Griff bekommen könne. Die Reservestadien in Krakau und Chorzow würden rechtzeitig fertig sein (...)
| netzeitung.de | 31. Oktober 2008 |
(...) Wenige Stunden nach seinem Amtsantritt als Präsident des polnischen Fußball-Verbandes PZPN hat Grzegorz Lato Deutschland als potentiellen Ersatz-Co-Gastgeber der EM 2012 ins Gespräch gebracht. Polen könne auf jeden Fall die Zusagen erfüllen, sagte Lato: "Aber wenn die Ukraine es nicht schafft, können wir das Turnier gemeinsam mit Deutschland ausrichten." Während Polen mit der Neuwahl des Verbandspräsidiums die Streitigkeiten mit der FIFA um politische Einmischung der Regierung in sportliche Belange beilegte, war am Donnerstag in der Ukraine ein Baustopp auf den EM-Baustellen bekannt geworden. OK-Sprecher Jewgeni Willinsky hatte mitgeteilt, dass wegen der Auswirkungen der Krise an den internationalen Finanzmärkten auf 80 Prozent der Baustellen die Arbeit derzeit ruhe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat ein Einspringen des WM-Gastgebers 2006 bislang stets kategorisch ausgeschlossen und beiden EM-Ausrichtern das Vertrauen ausgesprochen (...)
(...) Die ukrainische Regierung hat wegen der schleppenden Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2012 die zuständige Agentur aufgelöst und die Organisation selbst übernommen. Vize-Regierungschef Iwan Wasjunik sagte, sein Land reagiere damit auf die Kritik des Europäischen Fußball-Verbandes Uefa am Stand der Vorbereitungen auf die EM, die die Ukraine zusammen mit Polen austragen will. Die Agentur sei nicht in der Lage gewesen, das Ereignis zu organisieren. Er werde daher nun selbst den Koordinierungsausschuss der Regierung mit 50 Experten leiten (...)
| welt.de | 20. November 2008 |
(...) Beim Co-Gastgeber Polen löste die geschäftsmäßige Mitteilung Alarmstimmung aus. Seit Monaten kommen Chaosmeldungen aus der Ukraine. Die Arbeiten an den Stadien gehen nicht voran, der notwendige Straßenbau wird nicht begonnen, über fehlende Flughäfen und Hotels wir überhaupt nicht mehr gesprochen. Zu allem Übel wird das Land von einem politischen Dauerstreit gelähmt, und die Wirtschaft kann angesichts der globalen Finanzkrise nur durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds vor dem Kollaps bewahrt werden.
"Die Ukraine hat ein Eigentor geschossen und leider schlägt der Ball auch bei uns ein", sagte Ryszard Czarnecki, polnischer Europaabgeordneter und Mitglied des für die EM 2012 zuständigen Sportausschusses. "Dieses fatale Signal zeugt vom dramatischen Durcheinander, das in der Ukraine herrscht." Fast schon beschwörend klingen die Worte des polnischen Sportministers Miroslaw Drzewiecki. Der eilte am Mittwochabend, als die Nachricht bekannt wurde, in die nächste Radiostadion und erklärte: "Bitte, regen sie sich nicht auf. Ich denke, das ist nur ein Umbau in der Organisation."
Die Aufregung in Warschau ist begründet. Uefa-Chef Michel Platini hatte wegen der vielen Probleme bereits mehrfach gedroht, das Turnier den beiden Ländern zu entziehen. Als jüngst aus Polen die Idee kam, die Ukraine auszubooten und die EM zusammen mit Deutschland auszutragen, erklärte Platini, dass das Turnier in Polen und der Ukraine zusammen stattfindet - oder anderweitig vergeben wird.
In Kiew will man trotz des Durcheinanders keine Zweifel aufkommen lassen, dass die Ukraine weiter gewillt und in der Lage ist, die EM 2012 auszurichten. Sportminister Juri Pawlenko hat den mehrfach verschobenen Beginn der Umbauten des maroden Stadions in Kiew nun für den 1. Dezember angeordnet.
(...) Als wenn es nicht schon genug Probleme um den Einsatz der Ukraine als Co-Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft 2012 gebe, kommt nun eine weitere schlimme Nachricht der Polizei in Kiew hinzu die da meldet, dass nun sogar Diebe die Austragung der Euro im Lande verhindern wollen, indem sie sich an den Geldern für die Arbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur vergreifen.
Wie die Behörden von Ersatz-Ausrichter Charkow jetzt den Medien beichteten, sind umgerechnet 550 000 Dollar in die Hände von Betrügern gelangt, welche sich über eine Kiewer Firma und fiktiven Rechnungen an Regierungs-Gelder der Organisation für die Euro 2012 vergriffen hatten. Die Verbrecher hatten einfach Rechnungen zu angeblich ausgeführte Bauleistungen gelegt, die dann anstandslos von ihren Kumpanen bei den Behörden abgesegnet wurden.
Charkow ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Noch ist sie nur als Ersatzort für die Euro vorgesehen, obwohl hier der Umbau und die Erweiterung des Stadions durch private Investitionen schon im Jahre 2009 fertig werden könnte, wovon die Hauptstadt Kiew derzeit nur träumen kann. Was in Charkow fehlt sind allerdings Hotels, Wege und Strassen. Für die gestohlenen 550 000 Dollar hätten fast 2000 Bau-Arbeiter einen Monat lang an der Ergänzung fehlender Infrastruktur gearbeitet.
Sowohl die Vergabe der WM als auch die der EM an wirtschaftlich schwächere Länder ist etwas merkwürdig. Teilweise regiert dort oft noch die Korruption und eine vernünftige Infrasturktur ist wenig bis gar nicht vorhanden.
Die WM in Südafrika schätze ich allerdings noch komplett anders ein als die EM im Osten. So grenzt Polen oder die Ukraine doch an Länder aus denen auch Fußballfans dorthin reisen würden. So liegt Südafrika (zwar als reiches Land) doch auf dem armen Kontinent Afrika, wo sich weniger Leute für den Sport Fußball interessieren. _________________ Spiel,Sport und Spaß, für die ganze Familie.
(...) "Polen und die Ukraine organisieren gemeinsam als Freunde die EURO 2012", sagte der Präsident des Polnischen Fußball-Verbandes (PZPN), Grzegorz Lato, der Polnischen Rundfunkagentur IAR. Die Spiele fänden "mit aller Sicherheit" in diesen beiden Ländern statt, versicherte der Funktionär (...)
| newsticker.sueddeutsche.de | 12. Dezember 2008 | 17:11 |
Polen und die EM 2012 Hoffen auf den Zivilisationssprung
(...) Die Vorbereitungen vor allem in der Ukraine laufen miserabel, in Polen geht es besser, aber längst noch nicht so, wie es die Europäische Fußball-Union (Uefa) fordert. Die Uefa könnte den beiden Ländern die Europameisterschaft nach etlichen Warnungen noch entziehen. Präsident Michel Platini hat zudem kürzlich erklärt, dass das auf wackligen Beinen stehende Turnier entweder wie geplant in beiden Ländern ausgetragen wird. Oder andernfalls komplett an einen anderen Ausrichter geht. Ein polnischer Partnerwechsel - etwa mit Deutschland, wie oft spekuliert - kommt also nicht mehr in Frage. Es geht um alles oder nichts.
Die Schlagzeilen, die seit Jahren aus dem polnischen Fußball über die Grenzen dringen, sind finster. Aber sie sind auch einseitig. Sie handeln von massiver Korruption der Fußball-Mächtigen und Gewaltexzessen einer enthemmten Hooliganszene. Aber neben diesen kriminellen Organisationen existieren im polnischen Fußball auch Aufbruchstimmung, Veränderungsgeist und Engagement für einen Fußball mit größerer gesellschaftlicher Verantwortung. Es sind grundverschiedene Welten, die in Polen derzeit neben- und gegeneinander existieren, sich offen oder verdeckt bekämpfen. Und man weiß noch nicht, wann und wie dieser Kampf einmal enden wird (...)
(...) Der Kampf gegen Hooligans ist ein Schlüsselproblem im polnischen Fußball. Da sind die Kämpfe nicht symbolisch, sondern blutig, manchmal sogar tödlich. Im Vorjahr stürmten Legia-Fans im Uefa-Cup in Vilnius das Spielfeld, die Partie musste abgebrochen werden. Legia wurde für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Seitdem gehe der Klub entschieden und "sehr offensiv" gegen gewaltbereite Fans vor (...) "Aber die Hooligans sind sehr gut organisiert und kreativ." (...)
(...) Die Gewalt im Stadion ist gebannt, hat sich aber nur verlagert (...) Zuletzt (...) verabredeten sich 500 Hooligans von Lech Posen gegen 300 Hooligans von Legia Warschau zum Kampf im Wald (...) Szenen wie aus einem Bürgerkrieg.
Gewalt, Rassismus und Rechtsextremismus sind zentrale Problem im polnischen Fußball. Bei den Schlachten zwischen den Krakauer Fußballklubs Wisla und Cracovia kommen jedes Jahr im Durchschnitt fünf Menschen ums Leben. In Oppeln stellten sich zuletzt Fans in Hakenkreuzformation auf die Tribüne. In Krakau schrien Rechtsextremisten den gegnerischen Fans zu: "Ab in den Ofen." Mittlerweile tragen die Hooligans sogar ihre eigene Meisterschaft aus, mit Spielplan und Tabelle im Internet. Es gibt Punkte für gewonnene Schlägereien, Unterstützung des eigenen Teams, Einsatz von Pyrotechnik. Sie trainieren dafür (...)
(...) Die Europameisterschaft ist (...) ein riesiger Motor für gesellschaftliche Veränderung. "Die EM kann unserem Land einen Zivilisationssprung schenken. Wir kommen 20 Jahre auf einmal nach vorne" (...) "Für Polen und die Ukraine ist die EM eine Entwicklungschance, wie sie in 20 Jahren nicht wiederkommt." Von dem Turnier würde ganz Europa profitieren. Auch die Ukraine, die zwischen Osten und Westen pendele, könne durch die EM in das westeuropäische Denken eingebunden werden. "Die EM ist auch ein geopolitischer Faktor." (...)
[...] Die ukrainische Regierung hat im Jahr 2008 ihre Verpflichtungen in Bezug auf die Organisation der Fußball-EM 2012 so gut wie 100-prozentig erfüllt. Der Vizepremier Iwan Wasjunik beteuerte, dass die Ukraine und Polen für die EM-Vorbereitung "absolut freundliche Beziehungen" pflegen und versprach, dass die ukrainische Seite am 8. Mai, dem Tag des Kiew-Besuchs einer UEFA-Delegation, dazu absolut bereit sein und mindestens vier Städte für die Austragung der Euro-2012 vorschlagen werde [...]
[...] Zuvor hatte Wasjunik während der diesbezüglichen Diskussion [...] die Hoffnung geäußert, dass die UEFA entscheiden würde, dass die Ukraine und Polen die EM gleichberechtigt, und zwar nach der Formel "vier plus vier" empfangen sollten. Die ukrainische Seite respektiere allerdings das Recht der UEFA, die Städte selbst zu bestimmen, wo die Spiele stattfinden werden [...]
[...] UEFA-Präsident Michel Platini will am 14.-17. April die Ukraine und Polen besuchen, sich mit der Führung der Fußballverbände beider Länder treffen und die Garantien bezüglich der Vorbereitungsfristen erhalten. Im Mai wird die UEFA die Städte endgültig bestimmen, die die EM-Spiele empfangen werden [...]
Die folgenden Nachrichten hör(t)en sich nicht so positiv an!
[...] Die Ukraine wird aktuell stark von der internationalen Finanzkrise getroffen. Einige Bankhäuser sind in Bedrängnis geraten und die Landeswährung Hryvnja steht unter starkem Druck. Durch die hohe Abhängigkeit des Landes von Auslandskrediten und Export sind weitreichende wirtschaftliche Folgen bereits absehbar. In der Kombination mit der innenpolitischen Dauerkrise und außenpolitischem Druck haben die Finanz- und Wirtschaftsprobleme das Potenzial, sich zu einer existenziellen Staatskrise auszuweiten.
Der Aktienmarkt der Ukraine brach durch die internationale Finanzkrise indes vollständig zusammen. Nachdem der Index zuletzt um 73 Prozent gefallen war, ist die Kiewer Börse nunmehr geschlossen worden. Allerdings zeigte sich die negative Tendenz in Ansätzen bereits deutlich vor Ausbruch der Finanzkrise. [...]
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