Festnahmen, bengalische Feuer im Fanblock und ein Geisterzug: Rund 900 Polizisten waren im Einsatz, als der 1. FC Nürnberg auf Eintracht Frankfurt traf.
Für ein paar Minuten steht der Betrieb am Fürther Hauptbahnhof still. Polizisten blockieren die Abgänge. Reisende müssen warten und recken die Köpfe hinter der Polizeiphalanx.
Hunderte Eintracht-Fans, die mit dem Zug in Fürth angekommen sind, marschieren durch den Polizeikorridor in Richtung U-Bahn. Die Anhänger, unter ihnen etwa ein Dutzend Hooligans und 375 Problemfans, tragen die schwarz-weißen Mützen der Frankfurter «Ultras«. Milchgesichtige Mittzwanziger grölen mit Bierdosen in der Hand. Manche sind schon vor dem Spiel blau.
Nürnberger und Frankfurter Ultras mögen sich nicht
Rund 900 Polizisten sind im Einsatz; knapp 500 von der bayerischen Polizei und noch einmal 400 von der Bundespolizei. Alles nur, damit eine so banale Sache wie ein Fußballspiel friedlich über die Bühne gehen kann. Die «Ultras« des 1.FC Nürnberg und die «Ultras« der Eintracht sind sich in leidenschaftlicher Abneigung verbunden. Ein harter Kern verwechselt Rivalität mit Feindschaft und missbraucht die Sportbühne für Krawall.
Damit die Anhänger beider Mannschaften nicht aufeinander losgehen können, trennt die Polizei die Fans bei An- und Abreise. Deshalb fährt sie einen teuren, personalintensiven Einsatz. Manchen Beobachtern fehlt das Verständnis dafür. «Was das den Steuerzahler kostet!«, schimpft eine Frau am U-Bahnsteig. Sie will anonym bleiben.
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