Viel Gesprächsstoff verursachte das [...] doch sehr ungewöhnliche Testmatch gegen Dynamo Dresden auswärts im Rudolf Harbig Stadion [...]
[...] Die Eingangskontrollen verliefen bei einem Kartenpreis rund um die 10 Euro recht komplikationslos. Das Geschehen im Sektor wurde von den Sicherheitskräften ganz genau beobachtet, denn von allen Seiten wurde gefilmt. Da der Gästesektor wie in Deutschland nicht unüblich auch hier nach unten hin schmal zusammenlief, entschied man sich die Transparente weitgehend zu halten und sich erst etwa in der Mitte des Gästeblocks zu positionieren, was ein sehr kompaktes Bild ergab [...]
[...] Gesungen wurde [...] durchgehend 90 Minuten. Megafon und eine Trommel waren ebenso im Einsatz. Im ersten Durchgang war somit viel Bewegung und reichlich Fahneneinsatz zu verzeichnen. Schon vor dem Anpfiff hatte es mit der Heimseite einen regen Austausch von Liedern gegeben. Dies setzte sich jetzt fort, wobei nicht zuletzt ob der vereinzelten Nähe der Dresdner zur Wiener Austria nicht nur Freundlichkeiten dabei waren [...]
[...] Nach Seitenwechsel stellte man fest, dass einige Dresdner mit Repressalien zu kämpfen hatten, da sie eben zu Beginn des Spiels in ihrem Sektor gezündelt hatten. Dies führte umgehend zu PYROTECHNIK IST KEIN VERBREICHEN rufen, die von der Gegenseite positiv zur Kenntnis genommen wurden. Höhepunkte im zweiten Durchgang waren zunächst eine Schalparade und kurz vor der letzten Viertelstunde die Präsentation sämtlicher Stoffe. Dazwischen entwickelte sich recht ordentlicher Dauersupport, mal intensiver, mal ein klein bisschen weniger. Optisch bot die Heimseite immer wieder recht dichte Schalparaden, Hüpfeinlagen und das eine oder andere sehr laute Lied. Als Freunde waren an deren Zaun übrigens die Zwickauer präsent [...]
[...] später entzündeten sich bei uns im Sektor die ersten Fackeln, was aufgrund der strengen Handhabe der Sicherheitskräfte mit dieser Materie zu einem Tumult führte, da die Sicherheitsleute die Fackeln sofort löschen wollten und damit begannen die betreffenden Leute aus dem Sektor zu ziehen. Dass dies bei uns nicht so einfach funktioniert, mussten diese allerdings prompt am eigenen Leibe verspüren. Was folgte waren Minuten des Chaos. Erneut wurde eine Fackel entzündet, wieder wollten die Security Leute stürmen, wieder war die Gegenwehr geschlossen und entschlossen. Mittlerweile hatten sich auf der Längsgeraden Dresden Leute formiert, die in unsere Richtung deuteten und sich von unserem Auftritt provoziert fühlten. Als die Sicherheitskräfte die Lage nicht mehr unter Kontrolle bringen konnten, wurde reichlich Pfefferspray eingesetzt, der einige Leute schwer traf und in der Tat außer Gefecht setzte. Einzelne konnten auch von unserem Mob getrennt werden. Sie wurden allerdings nicht festgenommen, sondern mussten "nur" sämtliche Daten abgeben [...]
[...] Vor dem Stadion machten sich einige Dresdner noch in einem angrenzenden Park bemerkbar. Zu mehr als Blickkontakt kam es dann aber nicht. Die Busse wurden mit demselben hohen Polizeiaufwand wieder aus der Stadt gebracht wie vor dem Match. Unsereins mit dem Weg über Deutschland, die anderen über Tschechien. Einige unentwegte waren ja auch mit dem Zug angereist. Diese hatten teilweise vor dem Spiel bereits negative Erfahrungen mit der hiesigen Szene gemacht. Ob sich dabei noch Zwischenfälle ergaben entzieht sich aber unserer Kenntnis! [...]
Dem Fußball-Drittligisten SG Dynamo Dresden drohen nach den Fan-Ausschreitungen beim Testspiel gegen Rapid Wien (2:4) schwere Konsequenzen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB).
Sowohl in einem Fanblock des Tabellen-18. als auch des österreichischen Spitzenreiters hätten sich Besucher dem Verbot von Pyrotechnik widersetzt und so den Ablauf der Partie "gravierend" gestört, teilten die Sachsen mit. Zudem wurden Sicherheitskräfte angegriffen. Da für Freundschaftsspiele mit internationaler Beteiligung dieselben Regeln gelten wie für Pflichtspiele und ein DFB-Beobachter die Vorkommnisse protokollierte, muss Dynamo mit einer empfindlichen Strafe rechnen.
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